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Cecil B. Demented
USA 2000 R: John Waters D:.Melanie Griffith, Stephen Dorff Verleih: Advanced 87 Min./1:1,85 Advanced Film Kinostart: 26 Oktober 2000
Ganz Baltimore ist in Festlaune! An diesem Abend ist die Premiere der neuen Romanze von Honey Whitlock (Melanie Griffith), des glamourösesten Hollywoodstars, der je in der Stadt gedreht hat. Doch der ganz große
Auftritt wird diesmal nicht Honey Whitlock gehören. Denn verkleidet als Kartenabreißer, Vorführer oder Popkornverkäufer haben die "Perforationslöcher" die
Menge infiltriert, eine Truppe radikaler Filmemacher, die bis in den Tod treu ihrem Anführer ergeben sind: Cecil B. DeMented (Stephen Dorff), der tagsüber als
Kinobetreiber die Fassade wahrt und nachts zum Terroristen mit der Kamera wird, der dem "Schlechten Kino" den Krieg erklärt hat.
Gerade als Honey ihre Rede halten will, stürmt Cecil mit gezückter Pistole die Bühne und entführt die Diva vor den Augen des entsetzten Publikums. Im Schutz von Kugelhagel und
Molotowcocktails entkommen die "Perforationslöcher" mit ihrer wertvollen Geisel. In ihrem Versteck, einem alten, zu einer wahren Kitsch Hölle umfunktionierten Theater erklärt
Cecil der perplexen Honey seinen Plan: Einen Film seinen ersten will er mit ihr als Hauptdarstellerin drehen, und zwar im Stil der "ultimativen Realität". Die Truppe wird
überfallartig all die Orte stürmen, wo das Mainstream‑Kino seine hässliche Fratze zeigt, und es wird nur echte Menschen, echte Emotionen und echte Kugeln geben. Bis die letzte Szene
im Kasten ist, haben die "Perforationslöcher" dem Sex abgeschworen, all ihre Energie wollen sie in das Projekt stecken.
Cecil unterzieht Honey einer radikalen Schönheits‑ und Elektroschock‑Kur, und nachdem sie der Crew eine erste Kostprobe ihrer Talents gegeben hat, bereiten sich alle auf den
nächsten Tag vor, wenn es hinausgehen soll auf die Straßen Baltimores. Eines jener Filmtheater, die statt echter Filmkunst „Patch Adams The Director's Cut“ zeigen,
ist das Ziel von Cecils erstem Anschlag. Während die Kamera mitläuft, stürmt Honey das Kino und verbreitet Verwirrung und Panik und bald gibt es die ersten Toten auf beiden
Seiten. Doch Cecils Truppe setzt ihr Kamikaze Kommando fort: Im Krieg gegen das schlechte Kino sind Verluste einkalkuliert! Für die Medien ist die Entführung und Verwandlung Honey Whitlocks von der zickigen
Hollywood‑Diva zur pistolenschwingenden Terroristin ein gefundenes Fressen. Tatsächlich finden die Leute die "neue" Honey allmählich attraktiver als die alternde Schauspielerin, deren
Scheidungsaffären spannender waren als ihre Filme. Und auch in Honey geht eine Veränderung vor. Spätestens als sie das Set von "Forrest Gump
2: Gump Agein" stürmt und den ganzen millionenschweren Irrsinn der Mainstream‑Maschinerie einmal von der anderen Seite erlebt, beginnt sie in Cecil nicht mehr
den fanatischen Irren, sondern den charismatischen Visionär zu sehen. Und Cecils Aktionen finden Unterstützung: Auf der Flucht vor wütenden Müttern, die ihr
sauberes, zensiertes, familienfreundliches Kino verteidigen, erfährt die Truppe Hilfe bei den Action Fans. Schließlich steht Cecils Meisterwerk vor der Vollendung keine Minute zu früh. Denn die
Crew ist mittlerweile auf Mindeststärke reduziert, und auch Cecil hat eine Kugel abbekommen. Nun ist es Honey selbst, die die Revolution zu Ende bringen will. Und eine letzte große Aktion ist noch geplant...
Kritk: John Waters Cecil B. ist eine reinrassige Satire, die sicher nicht jedermanns Sache ist, was bei Waters Filmen allerdings normal ist. Die Story und die Charaktere sind bis ins Groteske
überzogen, aber nur so läßt sich der Film, den man entweder haßt oder liebt, erzählen. Trotzdem sind nicht alle Szenen so drastisch dargestellt, wie man es von der Story erwartet,
wahrscheinlich um der Zensur zu entgehen. Melanie Griffith nimmt in ihrer Rolle als Diva, die ihren besten Jahre schon hinter sich hat,
gekonnt sämtliche Hollywood-Klischees auf die Schippe und Stephen Dorff, ja, es scheint als hätte die Rolle des Cecil B. DeMented nur auf ihn gewartet ( oder umgekehrt ).
Die Aktion des Filmes ist laut, die Charaktere total durchgeknallt und der Humor ist bissig, trotzdem oder gerade deswegen sollte man sich Cecil B. nicht nebenbei ansehen. Also alle die
Sinn für Satire haben, rein ins Kino.
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