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Cube_Plakat_kleinCube
R.: Vincenzo Natali
Drehbuch: Andre Bijelic, Graeme Manson
D.: Maurice Dean Wint, Nicole De Boer, Nicky Guadagni, David Hewlett, Wayne Robson, Andrew Miller
Constantin Film
Ein Mann in Sträflingskleidung wacht in einem kahlen, würfelförmigen Raum auf, dessen Wände mit seltsamen Ornamenten verziert sind. Verwundert schaut er herum, erinnert sich nicht, wie er in diese Situation geraten ist. Als er ein in die Wand eingelassenes Portal entdeckt, schöpft der Mann Hoffnung. Über ein Drehkreuz gelangt er in einen anderen, genau gleichen, nur farblich cube 09verschiedenen Raum. Er blickt sich um - und wird im gleichen Moment von einem messerscharfen Drahtgeflecht regelrecht in Stücke geschnitten. Wenig später. Quentin (MAURICE DE WINT), Leaven (NICOLE DE BOER), Holloway (NICKY GUADAGNI) und Worth (DAVID HEWLETT) begegnen sich ebenfalls in einem der zahllosen Würfelräume. Auch sie wissen nicht, wer oder was ihnen so übel mitspielt. Das Einzige, woran sie sich erinnern können, ist, dass sie aus ihrem Alltag herausgerissen und gewaltsam in den Käfig gesperrt wurden - wie das geschah, ist allen ein Rätsel. Verzweifelt suchen sie nach einem Ausweg oder zumindest einem Grund. Haben sie sich etwas zuschulden kommen lassen, wofür sie jetzt bestraft werden? Keiner ist sich eines Vergehens bewusst. Da erhalten sie Besuch von einem fünften Gefangenen: Es ist ein alter Mann, der sich als Rennes (WAYNE ROBSON) vorstellt. Als Quentin, der draußen Polizist ist, nachfragt, ob er der berühmte Rennes sei, der Ausbrecherkönig, dessen Freiheitsdrang noch von keinem Gefängnis cube 06gebremst werden konnte, bestätigt der Mann dies. Alle atmen erleichtert auf. Hoffnung keimt auf. Unter Rennes´ Führung tastet die Gruppe sich von Raum zu Raum vor. Schon ein falscher Schritt könnte den Tod bedeuten - überall lauern Fallen. Also muss stets geprüft werden, ob das nächste Verlies gefahrlos betreten werden kann: Rennes tut dies mit seinem Schuh, den er an den Schnürsenkeln festhält und dann weit in den Raum hineinwirft. Schon etliche Kammern haben die Fünf so durchquert, dann passiert es: Rennes wird von einem Säurestrahl mitten ins Gesicht getroffen. Vor den Augen seiner entsetzten Gefährten frisst sich die Flüssigkeit ins Innere seines Kopfes. Innerhalb weniger Sekunden ist Rennes tot. Der Sensor in diesem Raum reagierte auf Körperwärme. Verzweiflung macht sich breit. Da entdeckt ausgerechnet das „Nesthäkchen“ Leaven, eine mathematisch hochbegabte Schülerin, eine Methode, die dem Quartett das Weiterkommen sichert. Die Zahlen, die jeweils in die Drehkreuze eingraviert sind, verraten, ob der angrenzende Raum gefährlich ist. Primzahlen bedeuten Sicherheit.. Das Quartett setzt seinen Weg fort, in der Hoffnung, irgendwann auf die Außenwand des riesigen Kubus zu treffen. Plötzlich hören sie ein Wimmern - cube 05und im nächsten Moment stürzt auch schon ein Mensch von oben herab in den Raum. Der Mann - die Vier geben ihm den Namen Kazan (ANDREW MILLER) - , macht einen äußerst verwirrten Eindruck. Unablässig schlägt er sich mit der einen Hand an den Kopf und bewegt die Finger der anderen auf unkontrolliert zittrige Weise. Schließlich verliert Holloway (NICKY GUADAGNI), die bisher so beherrscht wirkende Ärztin, die Kontrolle und schreit den Polizisten an, dass er und seinesgleichen es gewesen seien, die diese Monstrosität gebaut hätten. Den militärisch-industriellen Komplex hätte sie schon lange im Verdacht gehabt, an solch einem Konzentrationslager für unliebsame Bürger zu bauen. Nun wäre es soweit - sie seien alle Gefangene eines faschistischen Systems. Quentin widerspricht: Es gäbe keinen Big Brother, der alles plane, meint er. Eher schon glaube er, dass der Kubus nichts weiter als das Spielzeug eines perversen Milliardärs sei, der sich an der Angst und den Qualen seiner Opfer weide. Da trifft es Quentin selbst. Ein Drahtgeflecht stürzt urplötzlich auf ihn und zieht sich schnell zusammen. Im letzten Moment gelingt es dem wendigen Polizisten, sich aus der Falle zu befreien. Mit tiefen Schnittwunden an den Beinen gelingt ihm der Rückzug zu den anderen. Auch das Primzahlen-System hat versagt. Dennoch gibt Leaven nicht auf. Sie ist sicher, dass die Nummern der Schlüssel sind, der sie aus dem Labyrinth hinausführen wird. Und tatsächlich: Sie entdeckt ein weiteres System in dem scheinbaren Zahlengewirr. Die Ziffern deuten auf die Position der Räume in dem Kubus hin. Bringt man sie in die richtige Ordnung, lässt sich der Abstand zur äußeren Wand berechnen. Laut Leaven sind es nur noch sieben Zimmer, die das Quintett von der Freiheit trennt. Obwohl der zynische Worth, ein Büroangestellter, sie davor warnt, dass alles umsonst sei, weil es ja doch keinen Ausweg aus dem System gebe, macht die Gruppe sich auf den Weg. Und so stoßen sie tatsächlich auf die Außenwand. Doch der Blick, der sich ihnen eröffnet, ist entsetzlich. Ein scheinbar unendlicher Abgrund gähnt ihnen entgegen, und gegenüber ist nichts weiter als eine weitere Wand. Doch die Gruppe lässt sich nicht beirren. Die Fünf binden ihre Kleidung zusammen und in einem Akt der Verzweiflung klettert Holloway an dem provisorischen Seil die Mauer etliche Meter hinab und schwingt sich dann auf die andere Seite. Einzig von der Hoffnung getragen, dort Halt zu finden und vielleicht eine Öffnung, die wieder ins Innere führt. Die Wand ist jedoch nichts als glattes Metall. Holloway pendelt zurück, Quentin greift nach ihren Händen - und lässt sie los... 

Cube ist das Spielfilm-Debüt von Vincenzo Natali, der sich als Storybordzeichner, etwa von Robert Longos Vernetzt - Johnny Mnemonic einen Namen gemacht hat. Doch entgegen einiger Ankündigungen erweist sich Cube nicht als verzweifelte Hellraiser Kopie voller blutiger Szenen, sondern geht den klassischen Weg des unbekannten. Vincenzo Natali benutzt in der zugegeben äußert harten Anfangssequenz den Mittel des Schocks, um dem Publikum klar zu machen was passiert, wenn man den falschen Würfel wählt. Von hier an bietet der Film (bis auf eine Szene) nur noch intelligente und atemlose Spannung pur und das ohne große Effekthascherei. Ein klaustrophobischer Thriller wie es ihn seit Abwärts nicht mehr gegeben hat. Ein kleines Genremeisterwerk, welches beweist das auch Science Fiction / Horrorfilme anspruchsvolle Unterhaltung sein kann.

ANMERKUNGEN VON VINCENZO NATALI
„Fünf mal fünf Meter ist größer als ich dachte. Dieser Gedanke kam mir, als ich das erste Mal am Set von CUBE stand. Umgeben und ´erdrückt´ von Plexiglas und abgehängten Paneelen dachte ich an meinen Film, bei dem ich mit sechs Schauspielern und einem Set auskommen musste und dabei jede Menge technischer sowie logistischer Probleme zu lösen hatte.
Vom ersten Moment an, an dem ich mich mit meinem Film beschäftigte, verbargen sich die ungeheueren Schwierigkeiten von Cube hinter seiner scheinbar einfachen Struktur.
Die Grundidee ist äußerst einfach: Sechs Personen wachen in einem scheinbar endlosen Labyrinth aufeinanderfolgender, gleichförmiger Räume auf und müssen einen Weg aus diesem Gefängnis finden, bevor sie verhungern oder verdursten.
Kaum hatten mein Co-Autor Andre Bijelic und ich mich das erste Mal hingesetzt, um das Skript zu Papier zu bringen, wurde uns klar, auf was für ein schwieriges Unterfangen wir uns eingelassen hatten. Es war wie ein Puzzle, das wir zusammenfügen mussten. Dabei war es nicht gerade hilfreich, dass unsere Mathematik-Kenntnisse sich als äußerst mangelhaft erwiesen. Schwierig war es auch den abstrakten Set mit der sehr einfachen Überlebensgeschichte zu kombinieren.
Wir überließen es schließlich unserem Co-Autor Graeme Manson, die logischen Lücken der Story zu schließen. Nachdem er das erfolgreich getan hatte und der erste Drehtag näherrückte, glaubte ich, dass die größten Schwierigkeiten bereits hinter uns lägen. Selten habe ich mich so sehr getäuscht.
Obwohl Cube nur in einem Set spielt, ist der Film gespickt mit Stunts und Spezialeffekten. Manche der Effekte hat es so im Kino noch nicht einmal gegeben. Angesichts unseres mageren Budgets habe ich äußerst sorgfältig vorausgeplant, von jeder Sequenz Storyboards entworfen, um möglichst viele Komplikationen schon von vornherein auszuschließen.
Sehr zu meiner Überraschung und Freude gelang es uns, all die schwierigen Szenen, vor denen wir uns besonders gefürchtet hatten, recht reibungslos und schnell auf Film zu bannen. Auch die Effekte, die von den Caligari Studios und C.O.R.E. Digital Pictures, zu minimalsten Preisen realisiert und angeliefert wurden, begeisterten mich jedes Mal aufs Neue. Der Teufel steckte, wie so oft, auch bei uns im Detail. Schwierigkeiten traten genau dort auf, wo wir nicht mit ihnen gerechnet hatten.
Schon am ersten Drehtag wurden wir mit einem extremen Problem konfrontiert: die mechanischen Türen zwischen den Kuben waren so schwer, dass sie sich nicht bewegen ließen. Sie sahen zwar toll aus, aber nicht einmal der kräftige Maurice Dean Witt vermöchte, sie auch nur um ein paar Zentimeter zu öffnen. Plötzlich wusste ich wie eingesperrt sein sich wirklich anfühlte.
Die Türen waren für unsere Geschichte von elementarer Wichtigkeit. Wir konnten auf sie nicht verzichten, nicht einfach um sie ´herumfilmen´. Also beschlossen wir zunächst eine längere Dialogsequenz zu drehen, damit jene Techniker, die nicht unbedingt benötigt wurden, sich dem Problemfeld Türen widmen konnten. Gott sei Dank waren die Schauspieler so gut vorbereitet, dass wir ohne jegliche Proben die Szenen filmen konnten, die ich als Ersatz ausgewählt hatte.
Nachdem wir unseren ersten Drehtag beendet hatten, war auch das Problem mit den Türen gelöst. Unser Regisseur des zweiten Drehteams, das technische Genie William Phillips, hatte die hölzernen Türen einfach ausgehöhlt, um sie leichter zu machen. Obendrein hatte er aus ein paar Seilen und Umlaufrollen, die er für Coupons im Gegenwert von rund fünf Dollars im nächsten Eisenwarengeschäft gekauft hatte, ein Flaschenzugsystem konstruiert. Damit ließen sich die Türen spielend öffnen.
Auch während der nächsten Drehtage, die immer schneller zu vergehen schienen, wurden wir mit allen möglichen Problemen konfrontiert. Oft verwischten sich für uns die Grenzen zwischen Realität und Film, wir fühlten uns bald selbst genauso gefangen in Cube wie unsere Schauspieler in ihrem Labyrinthsystem. Doch jeder Tag wurde mir durch meine Mitarbeiter leicht gemacht. Sie unterstützten mich mit Rat und Tat, wo sie nur konnten. Ohne jemanden besonders hervorheben oder zurücksetzen zu wollen, muss ich an dieser Stelle meine beiden Produzenten Mehra Meh und Betty Orr, meinen Kameramann Derek Rogers und meine Produktionsdesignerin Jasna Stefanovic nennen. Großes Lob gebührt natürlich auch den Schauspielern, die ihre Aufgabe trotz größter körperlicher und geistiger Strapazen vorzüglich meisterten.
Team und Darstellern möchte ich an dieser Stelle von Herzen danken. Ohne ihre Arbeit, ihre Überzeugung, ihr Können, ihr Wissen wäre CUBE nicht zustande gekommen. Schnitt und Ton, visuelle Effekte und Musik, Darsteller und Beleuchter, erst all das und noch viel mehr zusammengenommen machen einen Spielfilm aus. Ich wäre töricht, wenn ich sagen würde, dass ich den Film gemacht habe - Film heißt Teamwork, das habe ich bei dieser Produktion gelernt. Die Teamarbeit hat mir große Freude bereitet und mir gleichzeitig ein elementares Prinzip der Natur bestätigt: kleine Dinge sind nicht immer einfach.“

Prämiert wurde Cube unter anderem mit dem ...

... Preis als „Bestes kanadisches Spielfilm-Debüt“ auf dem Internationalen Filmfestival von Toronto 1997. 
... Silbernen Raben 1999 des Internationalen Fantasy-Filmfestivals von Brüssel.
... CSC Award der Canadian Society of Cinematographers Awards 1999 in der Kategorie Kino-Spielfilm für Kameramann Derek Rogers.
... Preis der Publikums-Jury auf dem Fantasporto 1999.
... International Fantasy Film Award auf dem Fantasporto 1999 in den Kategorien Film und Spezialeffekte (John Mariella & Bob Munroe).

So wurde Cube unter anderem nominiert für ...
... den kanadischen Genie Award 1999, dem Pendant zum US-Academy-Award (Oscar), in den Kategorien Art Direction/Produktionsdesign (Jasna Stefanovic), Schnitt (John Sanders), Musik (Mark Korven), Ton (Peter Kelly, Darcy Kite, Steve McNamee & Todd Warren) und Tonschnitt (Stephen Barden, Sue Conly, Craig Henighan, John Laing, Jill Purdy & John Sievert).
... den Publikumspreis des Pariser Filmfestivals 1999.
... den Saturn Award 1999 der Academy of Science Fiction , Horror and Fantasy Films, USA in der Kategorie Best Genre Home Video Release.