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Der Patriot USA 2000 Regie: Roland Emmerich
Besetzung: Rolle - Darsteller Benjamin Martin - Mel Gibson Gabriel Martin - Heath Ledger
Charlotte Selton - Joely Richardson Col. William Tavington - Jason Isaacs Col. Harry Burwell - Chris Cooper Jean Villeneuve - TchÉky Karyo Rev. Oliver - Ren´e Auberjonois
Anne Howard - Lisa Brenner Gen. Cornwallis - Tom Wilkinson Dan Scott - Donal Logue John Billings - Leon Rippy Captain Wilkins - Adam Baldwin Kostüme: Deborah L. Scott
Musik: John Williams Schnitt: David Brenner Kamera: Caleb Deschanel, A.S.C. Ausführende Produzenten: William Fay, Ute Emmerich, Roland Emmerich Produzent: Dean Devlin
Produzenten: Mark Gordon, ary Levinsohn Drehbuch: Robert Rodat 159 Minuten/ Cinemascope Im Verleih der Columbia TriStar Deutscher Kinostart: 03. August 2000
„Ich habe schon immer befürchtet, dass mich meine Sünden eines Tages heimsuchen würden und die Strafe höher ist, als ich ertragen kann.“ (Mel Gibson als Benjamin Martin)
South Carolina, 1776. Der ehemalige Kriegsheld Benjamin Martin (Mel Gibson) hat sich ein friedliches Leben als Plantagenbesitzer aufgebaut. Die Sorge um seine sieben Kinder, die
Bewirtschaftung der Plantage, sein Hobby, die Tischlerei, füllen seine Tage aus. In seinem Schlafzimmer lagern wie vergessen sein kunstvoll gearbeitetes Tomahawk und seine
Gewehre in einer großen Kiste. Was seine Familie nicht weiß: Die Erinnerung an den Krieg, in dem Benjamin bei Fort Wilderness Franzosen und Indianer umbrachte, ist bedrückend lebendig. Es vergeht kein Tag, an dem er nicht befürchtet, für seine
Greueltaten sühnen zu müssen Denn eine neue Rebellion braut sich zusammen. Der Konflikt mit dem Kolonialherren England scheint unausweichlich, die Außenwelt bricht erneut in Benjamin Martins Leben ein.
Sein ältester Sohn Gabriel (Heath Ledger) ist begeistert von anti-englischen Flugblättern und den Aktionen der kontinentalen Armee. Er will für die Unabhängigkeit der Kolonien von
England kämpfen und respektiert nur sehr widerwillig das Verbot seines Vaters. Denn dieser weiß sehr wohl, das ein Krieg direkt auf den Höfen der Bewohner ausgetragen werden würde
und sorgt sich um seine Familie. Obwohl einige seine Haltung teilen, stimmt die Mehrheit für den Krieg gegen England. Seinem Vater offen die Stirn bietend, ist Gabriel Martin einer der ersten,
die sich freiwillig melden. Benjamin Martin steht vor einem Konflikt: So unerschütterlich er den Krieg ablehnt, so stark glaubt auch er an die Unabhängigkeit der Kolonien. Doch er wird schon bald zur Entscheidung
gezwungen. Nach kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen Engländern und Soldaten der kontinentalen Armee in der Nähe der Martin-Plantage rettet sich Gabriel verletzt in das Haus seines Vaters.
Wenig später erscheint dort der grausame englische Colonel Tavington (Jason Isaacs) mit seiner Truppe und lässt den Jungen als Spion verhaften.
Verzweifelt versucht der 15-jährige Thomas, seinen älteren Bruder Gabriel zu retten, und greift die englischen Soldaten an. Ohne sich um die Jugend des Angreifers zu kümmern, schießt ihm
Tavington kaltblütig in den Rücken. Während Benjamin Martin seinen sterbenden Sohn in den Armen hält, zünden die englischen Soldaten sein Haus an und schleifen seinen anderen Sohn in
Fesseln fort. In diesem Moment weiß Benjamin, dass er sich nicht mehr entziehen kann: er läuft in das brennende Haus und holt seine Waffen. Er bewaffnet auch seine beiden kleineren Söhne und
nimmt sie als Verstärkung mit, um Gabriel zu retten. Das schier Unmögliche gelingt: Gabriel wird befreit, von den knapp 20 englischen Soldaten gelingt nur einem Überlebenden die Flucht. Die
geisterhafte Schnelligkeit der Attacke verleiht Benjamin in englischen Armee-Kreisen den Namen „Der Geist“.
Benjamin lässt seine anderen Kinder in der Obhut seiner verwitweten Schwägerin Charlotte (Joely Richardson) zurück und begleitet seinen Sohn Gabriel ins
Lager der kontinentalen Armee. Dort trifft er seinen alten Waffenbruder Colonel Burwell (Chris Cooper), der ihn mit Freuden aufnimmt. Mit dem französischen Offizier Villeneuve (Tchéky Karyo) soll
Benjamin eine schlagkräftige Miliz aufbauen. Natürlich sind sich Villeneuve und Benjamin anfangs nicht grün: Benjamin geht der Ruf
seiner alten Kriegstage voraus, als er mit brutaler Konsequenz gegen die Franzosen kämpfte. Doch der Hass gegen die Engländer eint das ungleiche Duo, das sich gemeinsam mit Gabriel an
die Rekrutierung von Freiwilligen macht. Dem jungen Gabriel und Benjamin gelingt es, eine Schar aufrechter Bürger im Kampf gegen England um sich zu scharen. Villeneuve trainiert die Milizen,
die sich trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft immer mehr zu einer schlagkräftigen Truppe zusammenraufen. Bald sind „Der Geist“ und seine Männer für den britischen Befehlshaber Lord
General Cornwallis (Tom Wilkinson) und seinen Untergebenen Tavington ein ernsthafter Gegner, der ihnen immer wieder durch die Lappen geht.
Es schmerzt Cornwallis besonders, dass die Miliz einen seiner Versorgungstransporte gekapert hat und nicht nur englische Uniformen an sich gebracht hat. Benjamin ist jetzt im Besitz von
Cornwallis’ handschriftlichen Memoiren, etlicher Bücher und vor allem seiner beiden dänischen Doggen, die ein Geschenk des Königs waren. In seinem verborgenen Stützpunkt, einer
verlassenen Missionsstation in einem sumpfigen Waldstück, richtet sich Martin häuslich ein. Gespannt studiert er dessen Aufzeichnungen und kommt zu dem Schluss, dass Cornwallis ein
exzellent ausgebildeter Heerführer ist, fast unmöglich zu schlagen – wie der Sieg der Engländer bei Camden gezeigt hat. Cornwallis ist ein Feldherr der alten Schule, auf Ehre und Würde
bedacht. Wiederholt bremst er seinen siegeshungrigen Adjutanten Tavington mit Lebenserfahrung und politischer Weitsicht: „Wenn dieser Konflikt beigelegt ist, werden wir mit den Kolonisten wieder Handel treiben.“
Tavington macht Cornwallis klar, dass er mit der üblichen Strategie die Miliz niemals besiegen wird. Er erbittet sich absolute Freiheit für seine Aktionen, die nichts mit dem Ehrenkodex der
englischen Armee zu tun haben wird. Im Gegenzug verlangt er von Cornwallis eine amerikanische Provinz für sich. Nach England, das ist ihm klar, kann er sich nach dem, was er vorhat, nicht
mehr wagen. Weil er an die Milizen nicht herankommt, hält sich Tavington an ihre Familien, und startet eine grausamen Feldzug gegen Zivilisten. Benjamin und seine Männer stehen vor einer schweren Bewährungsprobe.
In der Schlacht von Cowpens kann Benjamin noch einmal sein ganzes taktisches Geschick einsetzen und steht dann im schwersten Schlachtgetümmel Aug um Aug seinem Todfeind Tavington gegenüber....
Roland Emmerichs neuester Film ist zum ersten Mal in seiner Kariere kein SF- oder Fantasyfilm. In Der Patriot geht es um ein sehr irdisches Thema vor einem historischen Hintergrund.
Drehbuchschreiber Robert Rodat ging es hauptsachlich um die Aussage, wie der Krieg einen Menschen verändert. Im Vordergrund steht jener Benjamin Martin, glaubhaft verkörpert von
Mel Gibson. Dieser war in seinen Jugendjahren in einem anderen Krieg sehr grausam, hatte aber über seine Taten nachgedacht. Seitdem hat er sich in seinem Wesen verändert, wohlwissend, das
ihn seine Taten eines Tages einholen würden. Am Anfang des Films ist er ein Pazifist, der nichts mehr liebt als seine Familie und diese um jeden Preis beschützen will. Am Ende ist er zwar ein
Held geworden, doch er hat einen großen Preis zahlen müssen. Der Patrot erinnert in der Tat sehr stark an Braveheart, hat er doch dieselbe Grundgeschichte.
Wie Mel Gibson sagte „ Es ist nicht zu übersehen, das sich die Geschichte immer wiederholt, Jahrhundert um Jahrhundert.“ Neben den vielen Parallelen sind es doch die Details, welche den
feinen Unterschied machen. Die Taten der frühen Jahre, die diesen Charakter formten und die Familie, die im Vordergrund steht. Dafür stehen auch die vielen Kinder Benjamins, die dieses
Thema sehr unterschiedlich verarbeiten. So ist Der Patriot auch ein sehr emotionaler Film, der viele bewegende Momente hat. Trotzdem
ist es auch ein historischer Kriegsfilm, und so gibt es viele Schlachten und Kämpfe zu sehen, die auch, allerdings etwas verhalten, die grausame Realität des Krieges zeigen. Emmerich meisterte
diesen für ihn ungewöhnlichen Auftrag dank gewissenhafter Recherche. Hilfreich dabei waren auch viele amerikanische Hobbyhistoriker, die selber regelmäßig historische Schlachten
nachspielen. Dadurch erreicht der Film eine Authenzität, die den Zuschauer in seinen Bann zieht. Wenngleich Emmerich bisweilen etwas zuviel Pathos, wie wir es ja schon in ID4 gesehen haben,
einbringt, vermag man sich doch in die Charaktere hinein zuversetzen. Dafür sorgt natürlich auch ein eindrucksvolles Schauspielerensemble, welches auch bis in die Nebenrollen überzeugt.
So verkörpert der Patriot eine Art von Filmen, die dem Zuschauer eine schöne und einfühlsame Geschichte erzählt und ihr gleichzeitig Einblick in die historische Geschichte gibt und somit sogar
ein klein wenig lehrreich ist. Roland Emmerich beweist, das er auch Themen, die er nicht selbst gesponnen hat, eindrucksvoll wiedergeben kann, und sich einmal mehr als ernsthafter Filmemacher versteht. |