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Anatomie O-Titel: Anatomie Regie & Drehbuch: Stefan Ruzowitzky Produktion: Jakob Claussen, Thomas Wöbke Kamera: Peter von Haller Musik: Marius Ruhland
Schnitt: Ueli Christen Darsteller: Franka Potente, Benno Fürmann Columbia Tristar / D 2000 / Länge: 103 Min.
Ein Traum geht für die Medizinstudentin Paula (Franka Potente) in Erfüllung, als sie in den Semesterferien an einem Elitekurs in
Anatomie in Heidelberg teilnehmen darf. Im Zug nach Heidelberg lernt sie Gretchen (Anna Loos) kennen, die ebenfalls an diesem besonderen Kurs teilnehmen wird. Ihre Unterhaltung wird abrupt
unterbrochen, als der junge David (Arndt Schwering-Sohnrey) zusammenbricht. Paula leistet kompetent Erste Hilfe und kann David wiederbeleben. Im Wohnheim
und später in einer Kneipe kommen Paula und Gretchen den Studenten Hein (Benno Fürmann), Phil (Holger Speckhahn) und Caspar (Sebastian Blomberg) näher. Während Gretchen sich an ihre gutaussehenden Kommilitonen heranmacht, lehnt Paula die
Annäherungsversuche der Studenten ab, denn sie ist schließlich hier, um ihr Wissen zu erweitern. Am nächsten Tag beginnt der Kursus mit einer anfeuernden Rede von Kursleiter Professor Grombek (Traugott
Buhre). Bald stehen die angehenden Mediziner im Anatomiesaal und machen ihre ersten Schnitte an den Leichen. Paula und Gretchen stellen entsetzt fest, dass ihre
Leiche ausgerechnet David ist. Als Paula auf Geheiß von Prof. Grombek das Herz von David untersucht, stellt sie eine ungewöhnliche Verklumpung des Blutes fest. Ehrgeizig betreibt Paula
nun eigene Nachforschungen und stellt Erschreckendes fest. Man nehme die Zauberformeln von Scream und Akte X und mische diese und es entsteht ein
perfekter Horrorfilm, der sich hinter keiner seiner Vorbilder verstecken muss. Es ist zu hoffen, dass noch mehr Filme unter der deutschen Columbia und Claussen- und Wöbke-Produktion
hergestellt werden. Man bemerkt auch, dass die Columbia TriStar unter der Leitung der
Produzentin Andrea Willson, die aus New York stammt, einen sehr positiven Einfluss auf diesen Film hat. Hingegen meint Franka Potente: Dies sei ein deutscher Film und habe keine amerikanischen
Einflüsse. Für den kalten wissenschaftlichen Look wurden die Außen- und einige Innenaufnahmen an vier verschiedenen deutschen Universitäten gedreht. Der Anatomiesaal selbst wurde
im Studio aufgebaut. Entworfen haben ihn die Wiener Architekten Renate Martin und Andreas Donhauser. Beide haben bisher hauptsächlich für Videoclip-Produktionen gearbeitet.
Regisseur Ruzowitzky sagt über die Künstler: ”Sie sind echte Spezialisten dafür, glatte schicke, gelackte, kühle Welten zu schaffen. Sie sagten gleich, dass sie nur an der Kathedrale des Todes
interessiert seien.” Weiterhin berichtet der Regisseur über den Look und den Stil des Films: ”Ich mag es, wenn man im Kino eine etwas überhöhte Realität zeigt: nicht so ganz das Alltägliche,
sondern die Verdichtung einer größeren Wahrheit.” Nicht nur die Kulissen, sondern auch die talentierten Schauspieler, die Ausleuchtung und das beklemmende Drehbuch machen den Horror
-Thriller zu etwas Besonderem des deutschen Films. Wenn Ihr meint, Ihr kennt schon alle guten Mystery– und Horrorfilme, dann täuscht Ihr Euch gewaltig. Denn dieser Film setzt in der
deutschen Filmlandschaft neue Maßstäbe. SL |